• Informationen über Edelstahl aus der Praxis für die Praxis
  • Dieser Artikel unterliegt dem Urheberrecht und ist für alle Interessenten und Nutzer von Edelstahl bestimmt, die im Allgemeinen nichts mit Edelstahl zu tun haben bzw. in anderen Branchen tätig sind.

    1. Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl

    Im praktischen Leben wird Edelstahl oft als Nirosta, V2A, V4A oder besonders auch von Händlern mit A1, A2 und A4 benannt. Im technischen Sinne ist jeder höher legierte Stahl Edelstahl unterschiedlicher Qualität. Die einzelne Qualitäten oder Sorten von Edelstahl sind durch die Werkstoffnummern klassifiziert. Die zu diesen Nummern gehörenden Daten sind im "Stahlschlüssel" zu finden, der aller drei Jahre neu aufgelegt wird.

    In der praktischen Arbeit hat sich die Anwendung der Werkstoffnummern zur Bezeichnung und Unterscheidung des Edelstahls bewährt. Dabei beinhalten die Werkstoffnummern:

    • 1.4000 bis 1.4138 so genannte Halbedelstähle – auch mit A1 bezeichnet, die nur bedingt rostfrei sind. Schon bei normalen Regenwasser beginnt dieser Edelstahl zu rosten.
    • 1.4301 bis 1.4347 die gebräuchlichsten Edelstähle – auch mit A2 oder V2A bezeichnet, nur rostfrei bei Wasser mit geringen Anteilen von oxydierenden Substanzen. Besonders bei der Anwendung von Streusalzen und ähnlichen Substanzen sowie bei der Anwesenheit von Chloridionen (zum Beispiel einfachstes Kochsalz) sind diese Edelstähle nicht rostfrei. Auch die Wirkung von zunehmend sauren Regen auf Bauteile aus Edelstahl führt zu Rostflecken (zum Beispiel Geländer im Freien). Im Bauwesen sind nur die noch höher legierten Edelstähle zugelassen.
    • ab 1.4401 die höherwertigen, wirklich rostfreien und auch hitzebeständigen Edelstähle. Dabei sind die Bezeichnungen A4 oder V4A nur für Edelstahl bis zur Werkstoffnummer 1.4571 üblich.

    Vor allem in der Pharmabranche werden außerdem häufig die amerikanischen Bezeichnungen für die verschiedenen Qualitäten von Edelstahl verwendet. Der in dieser Branche häufigste Edelstahl ist der mit der Werkstoffnummer 1.4404 = amerikanisch: AISI 316L.

    2. Edelstahl muss nicht immer rostfrei sein

    Ein weit verbreiteter Irrglaube besteht darin, dass Edelstahl in jedem Falle rostfrei sein muss. Aber auch hoch legierter Edelstahl wie zum Beispiel 1.4404 rostet, wenn er mit niedrig oder gar unlegiertem Stahl in direkten Kontakt kommt oder wenn es durch Schweißen oder Schneiden mit Plasma oder Laser zu hitzebedingten, oberflächlichen Gefügeveränderungen kommt.

    Weiterhin ist auch bei Edelstahl die aus dem allgemeinen Korrosionsschutz bekannte Lokalelementebildung zu vermeiden.
    Deshalb ist beim Umgang mit Edelstahl zu beachten, dass:

    • kein Abrieb von Eisen- oder Stahlwerkzeugen bei der Bearbeitung auf das Bauteil aus Edelstahl gelangt oder dass dieser Abrieb mechanisch oder chemisch beseitigt wird;
    • die oberflächliche Gefügeänderung durch Hitze (Schweißen, Schneiden usw.) ebenfalls mechanisch oder chemisch beseitigt wird;
    • keine eisenhaltigen Stäube (zum Beispiel durch Trennschleifen) auf die Bauteile aus Edelstahl gelangen;
    • keine Eisen- oder Stahlteile direkt an Bauteilen aus Edelstahl anliegen oder befestigt werden.

    3. Edelstahl kann unansehnlich werden

    Auch Edelstahl kann nach längerem Gebrauch oder fehlerhafter Nutzung unansehnlich werden. Mit Hilfe mechanischer, chemischer oder elektrolytischer Verfahren ist in den meisten Fällen die Wiederherstellung einer für Edelstahl typischen oder notwendigen Oberfläche möglich.

    © Mai 2010 3D Edelstahl Maschinen- und Apparatebau GmbH

     

    Gelaender Edelstahl

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